Fluorid-Verschwörungstheorien

 

 

Fluor in der Natur

 

In der Erdkruste ist Fluor mit 525 ppm ein relativ häufiges nicht-metallisches, stark reaktionsfähiges Element aus der Gruppe der Halogene, das als Element bei üblichen Temperaturen gasförmig vorliegt. Es kommt aufgrund seiner Reaktivität nicht elementar, sondern nur gebunden als Fluorid in Form einiger Minerale vor. Aufgrund der vom Menschen nur geringen benötigten Fluoridmenge wird Fluor zu den Spurenelementen gezählt. Das Trinkwasser enthält im Durchschnitt nur etwa 0,3 Milligramm Fluorid pro Liter Wasser.

 

Gesundheitliche Aspekte von Fluor und der Fluor-Verbindungen

 

Während elementares Fluor für Lebewesen wie den Menschen giftig ist und die Haut verätzen kann, sind Fluoridionen hingegen essentiell (notwendig), da sie zum nichtorganischen Mineralanteil von Knochen und Zähnen gehören. Im Körper sind etwa 5 g Fluorid (bei 70 kg Körpergewicht) enthalten, der weitaus größte Teil davon in den Knochen und Zähnen. Das Bundesinstitut für Gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BGVV) gab in einer Stellungnahme im September 2001 die Zufuhrempfehlung für eine Kariesprophylaxe mit 3,1 mg bis 3,8 mg pro Tag für Erwachsene an. Ein Fluormangel (ICD-10: E61.8) ist möglich; viele Regionen Deutschlands sind Fluoridmangelgebiete. Laut WHO-Angaben ist ein Fluormangel jedoch nicht nachgewiesen. Karies (Zahnfäule) entsteht nachweislich häufiger, wenn ein Fluoridmangel vorliegt. Dies gilt besonders für Kinder und Jugendliche. Es gibt außerdem Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen einem Fluoridmangel und der Häufigkeit von Osteoporose (Knochenschwund) und Arteriosklerose.

Fluorid kann vor Zahnkaries schützen und den Zahnschmelz härten. Durch den Einbau von geringen Mengen Fluorid anstatt von Hydroxid in den Apatit der Zähne entsteht Fluorapatit. Dieser ist schwerer in Wasser löslich und damit stabiler gegenüber dem Speichel. Fluorid wirkt remineralisierend, da der durch Säuren aufgelöste Apatit in Anwesenheit von Fluorid wieder ausgefällt wird. Weiterhin wirkt Fluorid hemmend auf bestimmte Enzyme und hat eine wachstumshemmende Wirkung auf kariesverursachende Bakterien.

Lebensmittel, die nennenswerte Mengen an Fluorid enthalten, sind zum Beispiel Ölsardinen, Hühnerfleisch und schwarzer Tee. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist bei einer Zufuhr kleiner 0,3 mg/l im Trinkwasser eine Supplementierung zu erwägen.

 

Bekannte Fluorid-Zusätze und präventive/therapeutische Anwendungen

▪ fluoridierte Mineralwässer

▪ fluoridhaltige Zahnpasten oder Fluoridgelee

▪ Auftragen eines Fluoridlacks auf Zähne (durch den Zahnarzt)

▪ Mundspülungen mit Fluoridlösung

▪ Fluoridtabletten zum Lutschen (nach ärztlicher Absprache)

▪ fluoridiertes Speisesalz (Fluoridgehalt in Deutschland 250 mg/kg)

 

Eine unkomplizierte und bekannte Anwendung von Fluor ist das fluoridierte Speisesalz. Im Handel wird es in Kombination mit Jod als Jodsalz mit Fluorid angeboten.

Bei Jugendlichen und Erwachsenen ist der Einsatz von fluoridhaltiger Zahnpasta sinnvoll. Für Kinder sollte man spezielle Kinderzahnpasta verwenden, da der Fluoridgehalt in den Erwachsenenzahncremes für Kinder zu hoch ist.

Fluorose/Überdosierung: Eine tägliche Einnahme von bis zu 5 Milligramm (mg) Fluorid gilt bei Erwachsenen als nicht schädlich. Bei höherer Fluorideinnahme in Trinkwasser bilden sich auf der Zahnoberfläche kleine weiße Flecken (mottled teeth oder mottled enamel). Eine länger dauernde Fluoridüberdosierung kann zur so genannten Fluorose führen, die unter anderem den Zahnschmelz fleckig entfärbt und paradoxerweise weich werden lässt. Sie steigert auch die Anfälligkeit für Osteoporose, da zu hohe Fluoridmengen auf Dauer dem Knochen Kalzium entziehen.

 

Fluoride für Kinder

 

 

Die Zahnkaries bei Kindern und Jugendlichen ist in den letzten Jahren enorm zurück gegangen. Mehr als die Hälfte der 6-Jährigen haben heute naturgesunde Zähne. Bei den 12-Jährigen finden sich weniger als zwei Kariesstellen. Verbesserte Mundhygiene, gesundheitsbewusstes Ernährungsverhalten und die verbreitete Nutzung von Fluoriden haben zu diesem Erfolg beigetragen.

Fluoride sind deshalb weiterhin die tragende Säule der Kariesvorsorge. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, Kinder (und Erwachsene) mit Fluoriden zu versorgen. Bis vor einigen Jahren wurden Kindern und Jugendlichen generell Fluoridtabletten zur Kariesvorsorge gegeben. Neuere Empfehlungen wissenschaftlicher Organisationen berücksichtigen, dass Fluoride vor allem durch direkten Kontakt mit der Schmelzoberfläche der Zähne (lokal) wirken. Deshalb wird heute die lokale Prophylaxe bevorzugt: fluoridiertes Speisesalz, Zahnpasta, Fluoridlack, Fluoridgele oder -lösungen. Unter bestimmten Voraussetzungen sind Fluoridtabletten die Maßnahme der zweiten Wahl.