Rauchen und Mundgesundheit

Tabakrauch enthält tausende giftiger und krebserzeugender Substanzen. Rauchen erzeugt nicht nur Krebs und verursacht Herzinfarkte, Schlaganfall und schwere Lungenerkrankungen, sondern schädigt auch in vielfältiger Weise den Mundraum – Schäden, die vermeidbar sind. 

Karies

Raucher haben häufiger Karies. Dabei ist das Risiko an Karies zu erkranken, umso höher je mehr Zigaretten geraucht werden. Infolge der Karieserkrankung fehlen Rauchern mehr Zähne als Nichtrauchern. 

Veränderung der Mundschleimhaut

Nach dem Rauchen einer einzi­gen Zigarette finden sich enorme Mengen krebserzeugender Substanzen im Speichel. Je mehr geraucht wird, umso mehr Schadstoffe sind im Speichel. Diese Substanzen können die Entstehung von Vorstufen des Mundhöhlenkrebses (Präkanzerosen) verursachen. Dies sind Veränderungen der Mundschleimhaut, die sich mit hoher Wahrscheinlichkeit innerhalb weniger Jahre in Krebs umwandeln. Raucher haben wesentlich häufiger solche Veränderungen als Nichtraucher. Die häufigste Präkanzerose im Mundraum ist der weiße Fleck (Leukoplakie). Raucher habe außerdem häufiger Verfärbungen an Zähnen, Lippen und Zahnfleisch sowie eine belegte Zunge. Zudem verschlechtern sich die Geruchs­- und Geschmackswahrnehmung beim Essen.

Raucher haben ein rund fünf Mal so hohes Risiko wie Nicht­raucher, an Krebs im Mundraum zu erkranken, wobei das Erkrankungsrisiko umso größer ist, je mehr geraucht wird. Alkoholkonsum verstärkt den krankmachenden Effekt des Rauchens: Wer raucht und mehr als zwei Gläser Alkohol am Tag trinkt, erkrankt sogar bis zu 13 Mal so häufig wie Nicht­raucher und Nichttrinker an diesen Krebsarten. 

Implantate

Implantate heilen in über 90% der Fälle erfolgreich ein. Diese Erfolge wer­den bei Rauchern nicht erreicht. Die Gefahr des Verlustes eines Zahnimplantates ist bei Rauchern doppelt so hoch wie bei Nichtrauchern. Dabei ist die Gefahr ein Implantat zu verlieren umso höher je mehr der Patient raucht. Bei starken Rauchern können bis zu einem Drittel der Implantate verloren gehen. Schuld an dem Behandlungsmisserfolg ist die schlechtere Wundheilung bei Rauchern. Ebenso ist die Gefahr des schnel­leren und stärkeren Knochenabbaus in der Umgebung von Implantaten bei Rauchern deutlich höher. 

Lippen-Kiefer-Gaumenspalten

Lippen­-Kiefer-­Gaumen­-Spalten sind die häufigsten Fehlbil­ dungen im Kopfbereich bei Neugeborenen.

Raucht eine Frau während der Schwangerschaft, hat ihr Kind ein doppelt so hohes Risiko wie das Kind einer Nichtraucherin, mit einer Lippen-­Kiefer-­Gaumen­Spalte geboren zu werden. Das Risiko ist umso größer, je mehr Zigaretten die Mutter täglich raucht.

Parodontalerkrankungen

Parodontalerkrankungen sind Entzündungen des Zahnhalteap­parates (Zahnfleisch, Zahnhaltefasern und Zahnknochen). Raucher leiden deutlich häufiger als Nichtraucher an Parodontalerkrankungen. Erste Symptome für eine Parodontitis, wie Zahnfleischbluten, treten bei Rauchen durch die Veränderungen an den Blutgefäßen deutlich seltener auf. Raucher haben – je nachdem wie viel sie rauchen – eine bis zu fünfzehn Mal so hohe Wahrscheinlichkeit an Parodontitis zu erkranken, wie Nichtraucher. Auf die Behandlung einer Parodontitis reagieren Raucher deutlich schlechter als Nichtraucher. Infolge der Parodontalerkrankung verlieren Raucher häufi­ger als Nichtraucher ihre Zähne. 

Ein Rauchstopp lohnt sich

Insgesamt fühlen sich Exraucher körperlich rundum wohler und leistungsfähiger. Ein Rauchstopp verbessert nicht nur die Lebensqualität, sondern senkt sofort das Risiko für

  • verschiedene Krebsarten (v.a. Lungenkrebs),
  • Herz­-Kreislauferkrankungen und
  • chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD).

Speziell im Mundbereich senkt ein Rauchstopp das Risiko für 

  • Leukoplakien (Vorstufen des Mundhöhlenkrebses),
  • Mundhöhlenkrebs,
  • Parodontalerkrankungen sowie
  • Zahnverluste und Implantatverluste. 

Brauchen Sie Hilfe beim Rauchstopp?

Unterstützung bei einem Rauchstopp bieten das Rauchertelefon des DKFZ, (06221 42 42 00, Montag bis Freitag 14­-17 Uhr, normalerTelefontarif).